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01.02.2005 - Spenden für Wiederaufbau eines Frauenprojektes in Aceh/Indonesien erbeten

Die Hilfs- und Frauenrechtsorganisation medica mondiale prangert Vergewaltigungen von Frauen und Mädchen in den Tsunami-Katastrophengebieten Südostasiens an. Die Flutwelle in Sri Lanka war kaum verebbt, als Frauen, die gerade noch sich und ihre Kinder retten konnten, von einzelnen oder mehreren Männern angegriffen und vergewaltigt wurden, meldet die Organisation mit Sitz in Köln. medica mondiale verweist auf Berichte von Frauenorganisationen aus Sri Lanka, die sexualisierte Übergriffe und Gruppenvergewaltigungen in Flüchtlingslagern schildern.

Wo die öffentliche Ordnung zusammengebrochen ist, so medica mondiale, hätten die Täter freie Bahn und würden ihre Taten nicht geahndet. Es sei zu befürchten, dass die Berichte aus Sri Lanka stellvertretend für die Lage auch in anderen von der Katastrophe betroffenen Gebieten stehen. Dies zeigt, dass Frauen nicht nur im Krieg, sondern auch bei Naturkatastrophen, im Chaos der Verwüstungen und erster Hilfsmaßnahmen verstärkt sexualisierter Gewalt ausgesetzt sind. Problematische Rolle der Armee in Aceh medica mondiale verweist in diesem Zusammenhang auch auf die problematische Rolle der indonesischen Armee bei der Koordination der Hilfsmaßnahmen in Aceh/Indonesien: Gerade die Armee hat jahrzehntelang Vergewaltigungen als Mittel der Einschüchterung und Terrorisierung der Bevölkerung in Aceh eingesetzt.

Nun hat die Regierung ihre Truppen für Rettungsmaßnahmen verstärkt. Gleichzeitig setzt sie die Soldaten für erneute Militäroperationen gegen die Unabhängigkeitsbewegung Acehs ein. medica mondiale fordert: Die Internationale Gemeinschaft muss sofort auf die Einhaltung des Waffenstillstandes in Aceh drängen. Sämtliche sexualisierten Straftaten im Zusammenhang mit den Hilfsaktionen in allen betroffenen Ländern müssen strafrechtlich verfolgt werden, Beschwerdestellen eingerichtet werden. Die zuständigen nationalen Ministerien der betroffenen Länder sowie internationale zivile und militärische Organisationen müssen endlichgemeinsame Richtlinien im Hinblick auf die Sicherheit von Frauen und Mädchen erstellen - analog zur UN-Resolution 1325. Die Mitarbeiter/-innen sämtlicher vor Ort tätiger Hilfsorganisationenmüssen über die traumatisierenden Folgen sexualisierter Gewalt gegen Frauen informiert werden und diese als Menschenrechtsverletzung erkennen. Die Mitarbeiter/-innen müssen vertraglich verpflichtet werden, alles zu tun, um derartige Übergriffe innerhalb ihres Verantwortungsbereiches zu verhindern bzw. aufzudecken und zu melden.

Fachlich fundierte Hilfsangebote für traumatisierte Frauen müssen dringend vor Ort umgesetzt werden. 70.000 Euro für Unterstützung des Frauenzentrums "Flower Aceh". Mit einem Soforthilfeprogramm in Höhe von 70.000 Euro unterstützt medica mondiale den Wiederaufbau des Frauenzentrums "Flower Aceh" in Aceh/Indonesien, das durch die Flut vollkommen zerstört wurde. Flower Aceh leistete seit 1989 medizinische, psychologische und materielle Unterstützung für Frauen, die im Zuge der militärischen Aufstandsbekämpfung unter der Regierung Suharto vergewaltigt und sexuell gefoltert wurden. Das ungeheure Ausmaß der sexualisierten Militärgewalt in Aceh wurde in der kurzen Atempause 1998 nach dem Sturz Suhartos weltweit bekannt. Danach folgten erneut Kämpfe und Vergewaltigungen bei Militäroperationen oder im Polizeigewahrsam. Die Arbeit von Flower Aceh wurde 2001 mit der Verleihung des Yap Thiam Hien-Menschenrechtspreises an die Gründerin der Organisation, Suraiya Kammaruzzaman, international anerkannt.

Mit dem Geld will medica mondiale in einem ersten Schritt den Wiederaufbau des Hauses und die Anschaffung von Möbeln, Computern und Anderen Kommunikationsmitteln ermöglichen. Außerdem sollen Klientinnen Und Mitarbeiterinnen des Zentrums mit dem Notwendigsten an Nahrung, Kleidung und Medizin versorgt werden. "Viele Aktivistinnen arbeiten bis zum Umfallen berichtete Suraiya Kamaruzzaman medica mondiale in einem Telefongespräch", obwohl sie selbst alles verloren haben.

medica mondiale bittet hierfür dringend um Spenden:
Kontonr.: 45 000 163
BLZ: 380 500 00
Sparkasse Bonn

Mehr zur aktuellen Situation vor Ort erfahren Sie auf der Internetseite www.medicamondiale.org

 
 
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