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23.06.2005
Politik-Dialog II - gemeinsam für eine geschlechtergerechte Kinder- und Jugendhilfe in Niedersachsen!!!


Bereits zum zweiten Mal hatte die Vernetzungsstelle des Nds. Förderprogramms „Lebensweltbezogene Mädchenarbeit“ zum Politikdialog in den Nds. Landtag eingeladen. Die frauen- und jugendpolitischen Sprecher/-innen der Landtagsfraktionen waren sich einig: Innovation hat ihren Preis! Gemeinsam und fraktionsübergreifend werden sich Gesine Meißner (Landtagsfraktion der FDP, vertrat auch die CDU), Michael Albers (Landtagsfraktion der SPD), Marie-Luise Hemme (Landtagsfraktion der SPD) und Meta Janssen-Kucz (Landtagsfraktion BÜNDNIS 90/Die Grünen) dafür einsetzen, dass die Kinder- und Jugendhilfe in Niedersachsen auch ab 2006 geschlechtergerecht gestaltet wird.

Beim Politikdialog II am 17.06.2005 haben sich die Träger/-innen und Mitarbeiterinnen des Förderprogramms sowie die oben genannten Politiker/-innen mit der Bilanz nach dreieinhalb Jahren Förderprogramm sowie der Bedarfsermittlung für die Zukunft beschäftigt.

Frau Meißner war beeindruckt und zeigte sich überzeugt von der Notwendigkeit und Richtigkeit der Arbeit im Förderprogramm: „Ich stehe voll hinter dem Programm und finde es lebenswichtig!“ Sie machte deutlich, dass noch viel passieren müsse, um eine geschlechtergerechte Gesellschaft zu erreichen. Sie sieht einen umfassenden Handlungsbedarf, z.B. auch in Ausbildungen das Thema Geschlechtergerechtigkeit hineinzubringen. Aus ihrer Sicht muss es mit dieser Arbeit weitergehen: Diesbezüglich habe sie sich eines Besseren belehren lassen und stellt fest, dass der Bedarf doch noch sehr groß sei. Frau Meißner versprach für das Thema heftig zu kämpfen und wird so argumentieren, dass eine Fortsetzung (gemeinsam mit Jungenarbeit) realisierbar werden kann. Es komme auf eine gute Überzeugungsarbeit an! Sie machte deutlich, dass im Zuge des demografischen Wandels die Zielgruppe der Kinder und Jugendlichen eine neue Aufmerksamkeit bekommen hat.

Auch Herr Albers lobte die hervorragende Arbeit. Er machte deutlich, dass in den letzten Jahren sicherlich mädchenpolitisch „dicke Bretter“ zu bohren gewesen seien. Der Arbeitsbereich müsse gegen viele Widerstände, z.B. in Schule, Jugendverbänden und KITA’s eingebracht werden. Noch zu häufig entscheiden Gremien, in denen Frauen unterrepräsentiert sind, über Geschlechter-Fragen. Er hoffe, dass das Förderprogramm nicht als Ballon für vier Jahre gestartet sei und ab 2006 wieder sinkt, sondern die Arbeit fortgeführt werden könne, da sie wertvoll für die niedersächsische Gesellschaft sei. Er befürchte, dass die guten Ansätze sonst im allgemeinen Tagesgeschäft verloren gehen würden. Aus seiner Sicht müsse von Seiten des Landes weiterhin Geld zur Verfügung gestellt werden, um das „Haus weiter zu bauen“: Das Haus einer geschlechtergerechten Kinder- und Jugendhilfe in Niedersachsen.

Frau Hemme machte ihrerseits auf den Stellenwert einer qualitativ guten Gender-Arbeit aufmerksam und hält es für richtig, zukünftig die Zusammenarbeit zwischen Mädchen- und Jungenarbeit zu fördern. Es habe ein Bewusstseinswandel stattgefunden, der jedoch in vielen ländlichen Regionen noch zu keinen angemessenen Umsetzungsschritten geführt haben.

Frau Janssen-Kucz bedankte sich für die Präsentation, die die Stichworte Prävention, Ehrenamt, Partizipation sowie Kooperation mit Schule beinhaltete. Die Politik sei in der Verpflichtung die geschlechtsbewusste Arbeit weiter zu verstetigen, da Geschlechterungerechtigkeit letztlich sehr viel mehr koste. Aufgrund der mittelfristigen Finanzplanung der Landesregierung sieht Frau Janssen-Kucz eine Verpflichtung für diese Arbeit auch Verlässlichkeit einzufordern. Sie möchte das gesamte Themenfeld der Mädchen- und Jungenarbeit nicht der Jugendhilfe unterordnen, sondern als Teilbereich festigen. Der Weg der erfolgreichen Arbeit müsse fortgesetzt werden! Zugleich weist sie darauf hin, dass durch viele weggebrochene Stellen von Frauenbeauftragten die Ansätze von Mädchenarbeit demontiert würden.

Des Weiteren wurden aktuelle Stellungnahmen zu einer geschlechtergerechten Kinder- und Jugendhilfe von drei Landesarbeitsgemeinschaften präsentiert: LAG der kommunalen Frauenbeauftragten, LAG Jungenarbeit Nds. und LAG Mädchenpolitik Nds. Diese Organisationen bekräftigen das sogenannte „Fazit-Perspektiv-Papier“ des Förderprogramms und setzen sich ebenfalls für ein Drei-Säulen-Konstrukt (Mädchenarbeit, Jungenarbeit, geschlechterreflexive Koedukation) ein. Hilfreich ist auch der Beschluss des Nds. Landesjugendhilfeausschusses vom 01.06.2005.

Der Wirkungsdialog 2004 wurde mit ersten Ergebnissen von Heide Buberl-Mensing (Steuerungsgruppe) präsentiert; der Sachbericht 2003 sowie die Interne Fremdevaluation 2003 wurden vorgelegt: die drei Instrumente der Qualitätsentwicklung und -sicherung. Sabine Sundermeyer und Sabine Zielinski (beide Vernetzungsstelle) präsentierten das oben genannte „Fazit-Perspektiv-Papier“ und machten deutlich, dass zukünftig ein Konzept benötigt wird, in dem Mädchenarbeit, Jungenarbeit, geschlechterreflexive Koedukation und Gender-Mainstreaming in Bezug auf Jugendhilfe zusammen fließen müssen.

Presseerklärung zum Downloaden...

 
 
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